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Coronavirus: Reisen kaum möglich

Ansicht vom Eiffelturm, alles ist leer, auf Grund der Pandemie.
Kaum Menschen vor dem Eiffelturm: So leer ist es aktuell in vielen Metropolen ∙ © imago images/PanoramiC

Covid-19 breitet sich immer weiter aus. Um die Ausweitung der Pandemie zu verhindern, werden weltweit immer mehr Maßnahmen getroffen, die auch den internationalen Reiseverkehr stark einschränken. Viele europäische Länder sind nahezu stillgelegt.

  • Österreich plant bestimmte Lockerungen nach Ostern

  • Robert-Koch-Institut: sieben Staaten in Europa sind "Risikogebiet"

  • Weltweite Reisewarnung bis mindestens Ende April

  • EU hat alle Grenzen des Schengenraums vorerst geschlossen

Mittlerweile sind alle Länder Europas von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Die Europäische Union hat am 17. März für zunächst 30 Tage ein Einreiseverbot verhängt, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu bremsen. Neben Frankreich, Italien, Österreich und Spanien erklärte das Robert-Koch-Institut (RKI) nun auch Großbritannien (mit Nordirland), die Niederlande und die gesamte Schweiz zum Risikogebiet.

Staatsangehörigen von EU-Staaten und ihren Angehörigen wird die Durchreise durch Deutschland gestattet. Das gilt auch für Bürger aus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. Es gibt auch Ausnahmen für Drittstaatsangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat.

Das Bundesinnenministerium hat eine ausführliche Liste mit Fragen und Antworten zu Reisebeschränkungen und Grenzkontrollen* zusammengestellt.

Mit dem Auto zurück nach Deutschland

Hier finden Sie eine Übersicht, wie sie aus folgenden Ländern mit dem Auto zurück nach Deutschland kommen:

  • Italien

  • Spanien

  • Portugal

  • Frankreich

  • Kroatien

  • Griechenland

  • Marokko

Reisen innerhalb Deutschlands überdenken

Auch die Bundesrepublik hat massive Grenzkontrollen an den Übergängen nach Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sowie zur Schweiz eingeführt. Reisende ohne triftigen Grund dürfen nicht mehr einreisen. Für Warenverkehr und Berufspendler gibt es Ausnahmen.

Es gelten bundesweit Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen. Für einige Bundesländer und Städte gibt es zusätzliche Auflagen.

Bund und Länder haben beschlossen, dass Übernachtungen in Deutschland nur bei notwendigen und "ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken" durchgeführt werden sollen.

Auch Camper sind davon betroffen: In Ländern mit Ausgangsbeschränkung liegt für Freizeit-Ausflüge mit dem Wohnmobil kein "triftiger Grund" vor, sie sollten daher unterlassen werden. Bundesländer mit Kontaktverboten dürfen mit dem Wohnmobil durchfahren werden, sofern die Abstandsregelungen und Kontaktverbote eingehalten werden. Campingplätze sind jedoch nur noch eingeschränkt geöffnet. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben außerdem Einreisen aus touristischen Gründen untersagt.

Reisen innerhalb Deutschlands sollten generell überdacht werden. Im Hinblick auf die nahenden Osterfeiertage appelliert ADAC Präsident Dr. August Markl:

In einigen Bundesländern sind Fahrten ohne einen dringenden Anlass untersagt, aber auch dort, wo Fahrten theoretisch denkbar sind, möchten wir die Bevölkerung bitten, Fahrten nach Möglichkeit zu unterlassen, die verzichtbar sind. Dazu zählen leider auch Verwandtenbesuche."

Um die Versorgung der Bürger mit dem Lebensnotwendigen zu gewährleisten, haben mehrere deutsche Bundesländer das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw vorübergehend gelockert bzw. ganz aufgehoben.

Rückkehrer nach Deutschland sollen Kontakte vermeiden

Rückkehrer aus Risikogebieten sollen unbedingt 14 Tage zu Hause zu bleiben und unnötige Kontakte vermeiden. Und zwar unabhängig davon, ob sie Symptome haben oder nicht.

Deutsche, EU-Bürger und langjährig in Deutschland lebende Ausländer sollen ab 10. April grundsätzlich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, wenn sie in die Bundesrepublik zurückkehren, nachdem sie sich mehrere Tage am Stück im Ausland aufgehalten haben. So lautet die Empfehlung des Corona-Krisenkabinetts an die Bundesländer. Berufspendler sind davon nicht betroffen. Außerdem gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie etwa Lkw-Fahrer und medizinisches Personal. Pendler, Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, müssen ebenfalls nicht in Quarantäne.

Wer für einen mehrwöchigen Arbeitsaufenthalt einreisen will, muss nachweisen, dass eine zweiwöchige Quarantäne sichergestellt ist oder gleichwertige betriebliche Hygienemaßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung gelten. Das soll Saisonarbeitern eine Tätigkeit in Deutschland ermöglichen.

Themenspezial Coronavirus

Alle Infos zu Ausgangssperren und Einschränkungen, Reisewarnungen, zum Reiserecht, wie Sie mit dem Auto zurück nach Deutschland kommen und wie sich die aktuelle Lage in Europa und weltweit entwickelt.

Plus: So unterstützt der ADAC seine Mitglieder auch in der Corona-Krise.

Alle Artikel zum Thema

Schutzmaßnahmen der Länder gegen Corona

Von nicht notwendigen Reisen in das Ausland rät das Auswärtige Amt derzeit ab.
Wer ins Ausland reist, muss sich daher unbedingt vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt* über die Lage im Zielgebiet informieren. Die Reisewarnung gilt bis mindestens Ende April.

Viele Länder führen verstärkte Einreisekontrollen und Gesundheitsprüfungen mit Temperaturmessungen durch. Zahlreiche Länder unterbinden die Einreise sogar vollständig. Auch das öffentliche Leben wird in immer mehr Ländern stark eingeschränkt.

Corona-Infizierte in Europa

Italien: Wegen Sars-CoV-2 schließen einige Tankstellen

Laut Auskunft der italienischen Botschaft in Berlin sind Einreisen nach Italien aus touristischen Gründen bis auf Weiteres untersagt. Die Ein- und Ausreise aus nachweislich beruflichen, gesundheitlichen oder anderen absolut notwendigen Gründen ist hingegen möglich. Ebenso die Rückkehr an einen Wohnort sowie die Ausreise in Richtung Deutschland.

Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, hat die italienische Regierung zudem angeordnet, dass bis 13. April alle Geschäfte, Restaurants und Lokale bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Ausgenommen sind lediglich Supermärkte, kleinere Lebensmittelläden und Apotheken.

Reisende müssen mit Kontrollen und Nachfragen von Sicherheits- und Ordnungskräften rechnen. Außerdem müssen sie eine ausgefüllte "Selbsterklärung über die Notwendigkeit der Reise" mitführen. Einen verbindlichen Überblick, was erlaubt ist und was nicht, erhält man auf der Infoseite der italienischen Botschaft*.

Mittlerweile drohen bei Verstößen gegen Quarantäneauflagen nicht nur Geld- sondern auch drastische Haftstrafen: Wer etwa positiv auf das Coronavirus getestet wurde und sich nicht an die Quarantäneauflage hält, kann mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, so das aktuelle Dekret der Regierung in Rom.

Wer in Italien mit dem Auto unterwegs ist, sollte einplanen, dass manche Autobahntankstellen (und solche an Autobahn-Zubringern) geschlossen sein könnten.

Weitere Hinweise zur Selbsterklärung für Italien

Hier können Sie das Formular in italienischer Sprache herunterladen.

Selbsterklärung über die Notwendigkeit der Reise

Österreich: Ausgangsbeschränkung verlängert

Nur noch aus triftigen Gründen sollen die knapp neun Millionen Einwohner ihre Häuser verlassen. Diese Ausgangsbeschränkung wurde jetzt bis Ende April verlängert. Dafür soll es an anderer Stelle Lockerungen geben: Nach Ostern dürfen kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen. Ab 1. Mai ist dies für alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder möglich. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Schulen bleiben bis Mitte Mai zu.

Eine Quarantänebestimmung gilt für das gesamte Bundesland Tirol bis 13. April. Dies trifft auch für folgende Gemeinden im Salzburger Land zu: Gasteiner- und Großarltal, Flachau und Altenmarkt (Pongau), Zell am See und Saalbach (beide Pinzgau).

Austrian Airlines hat den regulären Flugbetrieb bis zum 19. April eingestellt.

Österreich verlangt bei Einreise Attest

Die österreichischen Grenzbeamten verlangen von Reisenden ein Gesundheitsattest, das bestätigt, dass diese nicht mit Sars-CoV-2 infiziert sind, wenn sie einen Aufenthalt oder Zwischenstopp in Österreich planen.

Die Durchreise von Touristen ist auch ohne Attest möglich, wenn sie schriftlich erklären, dass sie die Alpenrepublik ohne Stopp durchqueren. In diesem Zusammenhang kann auch die Tankanzeige gecheckt werden.

Spanien: Ausgangssperre und hohe Geldstrafen

Es gilt bis zum 11. April eine Ausgangssperre für das ganze Land. Die Menschen dürfen ihre Wohnungen nur verlassen, um zur Arbeit zu fahren, Medikamente oder Lebensmittel zu kaufen oder sich um Hilfsbedürftige zu kümmern.

In Katalonien dürfen die Gemeinden Igualada, Vilanova del Camí, Santa Margarida de Montbui und Òdena (rund 60 Kilometer nordwestlich von Barcelona) weder betreten noch verlassen werden.

Wer Absperrungen nicht beachtet, muss 100 bis 600 Euro zahlen, wer Anweisungen der Sicherheitskräfte missachtet, zahlt zwischen zwischen 601 und 30.000 Euro.

Der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist um rund 50 Prozent reduziert.

Weltweite Reisewarnung

Covid-19 verbreitet sich weiterhin rasant – auch in Deutschland und Europa. Viele Länder haben daher inzwischen ihre Einreisebestimmungen verschärft.

Die Bundesregierung hat zudem eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen.

Eine Übersicht dieser und vieler weiterer Regelungen in wichtigen Urlaubszielen für Reisende aus Deutschland finden Sie hier.

Schweiz: Durchreise für Ausländer möglich

Aufgrund des "nationalen Notstands" haben in der gesamten Schweiz nur Geschäfte mit Angeboten für den täglichen Gebrauch geöffnet, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe und Banken. 

Neun kleinere Schweizer Grenzstellen zu Italien sind geschlossen. Am wichtigen Grenzübergang Chiasso/Tessin gibt es wieder Grenzkontrollen: Die Einreise aus Italien ist derzeit nur noch für Schweizer Staatsbürger erlaubt, außerdem für Personen mit einer Schweizer Aufenthaltsgenehmigung und solchen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen.

Nach Informationen des Auswärtigen Amtes ist die direkte Durchreise durch die Schweiz zum Erreichen des Wohnortes weiterhin möglich. Die Notwendigkeit der Reise muss aber nachgewiesen werden.

Kontrollen gibt es auch an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich, dort ist die Einreise nur bei einem triftigen Grund gestattet.

ADAC Verkehrsinformation

Aktuelle Verkehrsinformationen aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Deutschland sind bei der ADAC Verkehrsinformation erhältlich. Dort erfährt man auch, ob und wie sich die intensivierten Grenzkontrollen auf den Verkehr auswirken. Hier finden Sie die Telefonnummern der mobilen Stauinfo und des mobilen Verkehrsservices.

Frankreich und Belgien verhängen Ausgangssperre

Es gilt eine landesweite Ausgangssperre. Die Bevölkerung darf bis vorerst 15. April nur noch das Haus verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist. Wer vor die Tür will, muss nun ein entsprechendes Formular bei sich tragen.

Zug-, Flug- und öffentlicher Nahverkehr sind ausgedünnt. Langstrecken-Verbindungen mit TGV-Hochgeschwindigkeitszügen werden seltener bedient. Restaurants, Läden, Bars und Museen sind geschlossen. Apotheken, Lebensmittelgeschäfte und Banken bleiben geöffnet.

Auch in Belgien gilt eine Ausgangssperre bis 18. April. In den Niederlanden bleiben bis 28. April Schulen, Museen, Restaurants und Cafés bleiben geschlossen, öffentliche Veranstaltungen sind verboten. Bürger sollen, soweit es geht, zu Hause zu bleiben. 

Airlines streichen Flüge, Fernbusse fahren nicht mehr

Wegen des Passagierrückgangs dünnen zahlreiche Airlines ihre Flugpläne massiv aus. Betroffen ist auch Deutschland. Die Lufthansa hält bis vorerst Anfang Mai mit einem Basisangebot wichtige Verbindungen aufrecht. Alle Flugreisenden sollten dringend vor Abflug ihren Flugstatus prüfen.

Die Fernbus-Anbieter Flixbus und Blablabus haben ihre Fahrten eingestellt.

Internationaler Zugverkehr stark eingeschränkt

Massive Einschränkungen gibt es derzeit bei Zügen nach Italien, Österreich, Schweiz, Tschechien, Dänemark, Polen, Frankreich (unter anderem TGV), Luxemburg und in die Niederlande. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann es zudem an den Grenzen wegen Grenzkontrollen zu Verspätungen kommen. Details zu den gestrichenen Verbindungen finden Sie auf der Website der Deutschen Bahn*. Tickets für eine Fahrt mit der Deutschen Bahn, die vor dem 13. März gekauft wurden, behalten bis Ende Juni ihre Gültigkeit. 

Coronavirus: Diese Rechte haben Reisende

  • Wann zahlt die Reiserücktritts-Versicherung?

  • Kann ich auch eine Reise innerhalb Deutschlands kostenfrei stornieren?

  • Bekommt man das Geld für nicht stattfindende Veranstaltungen zurück?

Hier finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Rechtsfragen rund um den Coronavirus.

Mit Material von dpa

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