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Neue Autobahnen in Deutschland und Europa

neu eröffnete Autobahn
Der Ausbau des europäischen Autobahnnetzes macht Fortschritte ∙ © iStock.com/bizoo_n

Wie bereits in den letzten Jahren ist das europäische Autobahn- und Schnellstraßennetz auch 2019 spürbar gewachsen. Spitzenreiter war wieder einmal unser Nachbarland Polen. 2020 kommen weitere, wichtige Strecken hinzu. Die bedeutendsten Eröffnungen im Überblick.

Neue Straßen in Deutschland

In Ostwestfalen wurde im November 2019 auf der A33 (Osnabrück – Bielefeld) die letzte Lücke geschlossen. Mit der Freigabe des neun Kilometer langen Teilstücks zwischen Borgolzhausen und Halle/Westfalen haben Jahrzehnte des Dauerstaus ein Ende. Besonders Pendler dürften nun aufatmen.

Auch das bayerische Autobahnnetz erhielt Zuwachs: Die Freigabe des Teilstücks zwischen Pastetten und Heldenstein (33 Kilometer) auf der A94 (München – Passau) im September 2019 ermöglicht es nun, auf knapp 100 Kilometern durchgehend von München bis Burghausen zu fahren. Die weitere Verlängerung bis Passau befindet sich allerdings noch in der Planungsphase.

Besonders spektakulär: Im November 2019 wurde nach achtjähriger Bauzeit die 1,7 Kilometer lange Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig für den Verkehr freigegeben. Sie ist Teil der autobahnähnlich ausgebauten B50 (Wittlich – Longkamp). Mit einer Höhe von 160 Metern gilt sie nach der Kochertalbrücke auf der A6 bei Schwäbisch Hall als zweithöchste Brücke Deutschlands. Autofahrer, die aus der Grenzregion zu Belgien in Richtung Rhein-Main-Gebiet wollen, kommen nun deutlich schneller ans Ziel.

Demgegenüber wächst das Autobahnnetz im Jahr 2020 eher maßvoll. Geplant ist unter anderem die Freigabe des neun Kilometer langen Abschnitts Tangerhütte – Colbitz auf der A14 (Schwerin – Magdeburg). Bis beide Städte durchgehend per Autobahn verbunden sind, wird es aber noch Jahre dauern.

Tunnelausbau in Österreich

In Österreich macht vor allem der Tunnelausbau Fortschritte. Seit Dezember 2019 können Autofahrer auf der Pyhrnautobahn A9 (Wels – Graz) durch beide Röhren des acht Kilometer langen Gleinalmtunnels fahren. Voraussichtlich im März 2020 wird dann auch auf der Arlbergschnellstraße S16 im Perjentunnel bei Landeck die letzte Engstelle beseitigt.

Polen: Rasant wachsendes Straßennetz

Unser östliches Nachbarland hat das am schnellsten wachsende Autobahn- und Schnellstraßennetz Europas. Allein im Jahr 2019 kamen zu den bestehenden rund 3300 Straßenkilometern rekordverdächtige 340 Kilometer an neuen Strecken hinzu.

Für Autofahrer aus Deutschland besonders interessant: Mit der Freigabe von mehreren, zusammen 117 Kilometer langen Abschnitten führt die Ostsee-Schnellstraße S6 nun auf einer Länge von 158 Kilometern durchgehend von Stettin bis Koszalin. In den nächsten Jahren wird sie um weitere 150 Kilometer bis Danzig verlängert.

Ebenfalls beträchtlichen Zuwachs erhielt die Nord-Süd-Autobahn A1 (Danzig – Lodz – Tschenstochau – Grenze Tschechien). Hier wurden im August und Dezember 2019 zwei Strecken mit einer Länge von 58 Kilometern freigegeben. Damit sind nun knapp 500 Kilometer befahrbar. Die letzte, 63 Kilometer lange Lücke zwischen Piotrkow Trybunalski und Tschenstochau soll spätestens 2022 geschlossen sein.

Weitere wichtige Eröffnungen gab es 2019 auf den Schnellstraßen S5 (Breslau – Posen) und S17 (Warschau – Lublin).

Im Sommer 2020 soll schließlich auch die Südumfahrung von Warschau (S2) fertig sein. Dadurch kann man die polnische Hauptstadt deutlich schneller passieren.

Durchgehende Autobahn nach Griechenland

Transitreisende in Richtung Griechenland haben es ebenfalls leichter. Mit der Freigabe des Abschnitts zwischen Grdelica und Vladicin Han (33 Kilometer) auf der serbischen A1 südlich von Nis wurde die letzte Autobahnlücke zwischen Deutschland und Griechenland geschlossen.

Die durchgängige Route führt zunächst über Budapest oder Zagreb nach Belgrad und von dort in südlicher Richtung über Nis an Skopje vorbei bis Thessaloniki. Bei beiden Varianten (über Budapest bzw. Zagreb) beträgt die Strecke ab Frankfurt am Main etwa 1950 Kilometer. Es ist mit einer Nettofahrzeit von rund 20 Stunden zu rechnen.

Eine weitere Erleichterung steht in den folgenden Jahren bevor: Die noch fehlenden Abschnitte der Südumfahrung der serbischen Hauptstadt Belgrad sollen in mehreren Schritten zwischen 2020 und 2022 für den Verkehr freigegeben werden. Dadurch entfällt für Transitreisende die Fahrt auf der stauanfälligen Belgrader Stadtautobahn.