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Camping: 5 Trends für 2020

Zwei junge Menschen beim Camping im VW California
Die jungen Camper kommen: Kastenwagen sind nicht nur bei ihnen besonders gefragt ∙ © Volkswagen Nutzfahrzeuge

Der Camping-Boom hält an: Urlaub mit Wohnmobil und Caravan war noch nie so beliebt und so vielfältig. 5 wichtige Trends zum Start in die Saison 2020.

Zum Jahresbeginn zeigt die CMT in Stuttgart (11.-19.1.2020) als erste große Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit die Neuheiten aus der Campingbranche.      

  • Erneut Rekordzahlen bei Freizeitfahrzeugen 

  • Kastenwagen besonders gefragt

  • Smart und komfortabel statt bieder und spartanisch

Rekord: Fahrzeug-Boom hält an

Rund 80.000 Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen gab es 2019 in Deutschland – diesen Rekord meldet der Caravaning Industrie Verband (CIVD) zum Jahresstart. Bereits im Oktober war die Gesamtzahl des Vorjahres übertroffen, mit 14 Prozent Plus gegenüber dem Vergleichszeitraum. Vor allem Wohnmobile werden beliebter und machen jetzt fast zwei Drittel der Neuzulassungen aus, noch 2007 lagen sie gleichauf mit Caravans. Auch wenn das
Wachstum eventuell nicht mehr ganz so hoch ausfalle, werde der Boom 2020 anhalten, meint CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. Denn die Rahmenbedingungen bleiben: „Caravaning trifft den Nerv der Zeit und ist überall in der Gesellschaft angekommen. Zudem sind die Zinsen niedrig, und die Menschen reisen gern innerhalb Europas.“ Immobilien haben viele schon, die sich den Traum vom rollenden Zuhause erfüllen.

Millennials: Die jungen Camper kommen

Bisher sorgte vor allem die klassische Camper-Zielgruppe zwischen 50 und 70 Jahren für Zuwachsraten. „Jetzt sind es die Millennials Mitte 20 bis Mitte 30, die auf den Zug aufspringen“, so der CIVD-Geschäftsführer. Zunächst vor allem als Mieter, später auch als Käufer von gebrauchten und neuen Wohnmobilen. Und vor allem junge Familien interessierten sich wieder stärker für Caravans. Laut einer Studie des Instituts GfK können sich 22 Prozent der Deutschen vorstellen, in den nächsten fünf Jahren Campingferien zu machen, die Mehrheit davon unter 45 Jahren. Das liege am Image-Wandel vom alten spartanisch-spießigen Camping-Klischee zur attraktiven, naturnahen Urlaubsform.

Wichtig für die neue Zielgruppe seien auch außergewöhnliche Ziele – etwa kleinere Stellplätze, zum Beispiel bei Bauernhöfen. Günstige Bedingungen für die Schaffung neuer
Reisemobil-Stellplätze
im ländlichen Raum forderte vor Kurzem auch der ADAC bei
einem Treffen mit Vertretern aus Politik und Tourismus. 

Große Gewinner: Kleine Kastenwagen

Rund 40 Prozent der Neuzulassungen bei Wohnmobilen sind heute kompakte Campervans oder Kastenwagen – weiterhin das am stärksten wachsende Segment. Geringer wird dagegen der Marktanteil der traditionellen teilintegrierten Mittelklasse-Modelle. Vor allem
Einsteiger schätzen die günstigeren Kleinen, die sich besser manövrieren lassen als manches Acht-Meter-Schiff und außerdem alltagstauglich sind. Zumal die Kastenwagen mittlerweile beim Komfort stark aufgeholt haben: Bequeme Betten gehören hier jetzt ebenso dazu wie herausnehmbare Küchenmodule (z.B. beim neuen Hymer Crosscamp) oder ausgeklügelte Beleuchtungstechnik – mit der sich etwa im VW California 6.1. der Sonnenaufgang nachahmen lässt.

Antriebe: Diesel bleibt, Hybrid kommt

Fast alle Wohnmobile sind Diesel: teurer als ein Pkw in der Anschaffung, mit langer Lebensdauer, geringer jährlicher Fahrleistung und hoher Wertstabilität. Neue Fahrzeuge mit aktuell unproblematischen Schadstoffklassen Euro 6 sind von Diesel-Fahrverboten nicht betroffen, viele Gebrauchte dagegen potentiell schon. Die wenigen bisherigen Verbote zeigen jedoch laut dem Caravaning Industrie Verband kaum Auswirkungen auf den Markt: Städte seien nicht das primäre Ziel der Reisemobilisten.

Für betroffene Anwohner mit Wohnmobil fordern ADAC und CIVD Ausnahmeregelungen, die es z.B. in Stuttgart bereits gibt. „Bislang existiert für unsere Urlaubsform keine echte Alternative zu modernen, sauberen Dieselmotoren“, so CIVD-Geschäftsführer Onggowinarso. Zwar gibt es Konzepte mit anderen Antriebsformen, etwa die Elektro-Wohnmobil-Studie e.home und den E-Hybrid Campingbus Globevan von Dethleffs. Oder Modelle wie den E-Bulli VW ID. Buzz, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. Doch diese Varianten müssen sich nach Einschätzung des CIVD erst noch durchsetzen. Gerade auf Langstrecken und im Ausland fehle die Lade-Infrastruktur.

Mit neuen Hybrid-Wohnmobilen rechnen ADAC Camping-Experten noch in diesem Jahr – auf der Basis des Hybrid Power Chassis, das AL-KO Fahrzeugtechnik jetzt auf der Messe CMT präsentiert. Mit Verbrennungsmotor und einer Batteriekapazität von bis zu 100 Kilometer Reichweite biete sich hier großes Potential.

Vielfalt: Vom smarten Wohnmobil bis „Downsizing“

Vom Strand aus die Klimaanlage steuern, im Winter rechtzeitig die Heizung aufdrehen, per App immer über Batterie-Ladung und Gasflaschen-Füllstand informiert bleiben - smarte
Wohnmobile mit digitaler Vernetzung liegen laut CIVD im Trend. Die „Connectivity“ interessiert nicht nur Technik-Freaks. Das Interesse an Fahr-Assistenzsystemen steigt, wenn auch etwas zeitversetzt zum Pkw-Bereich.

Generell wächst das Komfort-Bedürfnis der Caravaning-Urlauber in Deutschland. Doch zum luxuriösen „Glamping“ der vergangenen Jahre mache sich auch ein Gegentrend bemerkbar: „Downsizing“, der Trend zur Verkleinerung und zum Entschleunigen.

Infos zur Messe CMT in Stuttgart

Camping ist mittlerweile ein Schwerpunkt der Messe Caravan Motor Touristik in Stuttgart. Partnerland ist diesmal Montenegro. In Halle 4 präsentiert sich das Reisebüro des ADAC Württemberg mit einem Stand (4D62). In Halle 8 (8G74) am Stand von PiNCAMP gibt es alle Infos zum Online-Campingportal des ADAC und zu den neuen ADAC Campingführern. ADAC Mitglieder erhalten Rabatte auf Online-Tickets. So zahlen sie für eine Tageskarte 12 statt 14 Euro, für ein Zweitagesticket 14 statt 20 Euro und für eine Familientageskarte 28 Euro (regulär 30). Infos zum CMT-Angebot