Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Ford Kuga: Schnittiger SUV mit Porsche-Charme

Ford Kuga Hybrid fährt dynamisch auf einer Strasse
90 Kilo leichter als der Vorgänger: Der neue Ford Kuga ∙ © Ford

Testfahrt im neuen Ford Kuga. Der Kompakt-SUV punktet mit schickem Design, tollem Fahrwerk und mehreren Hybrid-Versionen. Ein paar Schwächen gibt es aber trotzdem. Alle Infos, Daten, Motorisierungen

  • Auch als Mild-, Voll- und Plug-in-Hybrid

  • Innen mehr Platz, aber viel Hartplastik

  • Sieben Ausstattungslinien ab 26.550 €

  • Marktstart: 25. April 2020

Der Kuga von Ford ist ein europäischer Verkaufsschlager. Sein Marktdebüt feierte der SUV 2008 – und seitdem hat Ford in Europa bereits mehr als eine Million Stück abgesetzt. Inzwischen zählt der Kuga zusammen mit dem Ford Fiesta und dem Ford Focus zu den drei bestverkauften Baureihen der Marke auf dem hiesigen Kontinent.

Mehr Platz dank neuer Plattform

Der neue Kuga ist das erste SUV-Modell von Ford, das auf der für den weltweiten Einsatz konzipierten C2-Fahrzeugarchitektur basiert – auf der auch der aktuelle Ford Focus aufbaut. Sie ermöglicht eine Gewichtseinsparung von bis zu 90 Kilogramm.
Das aktuelle Modell ist um 44 Millimeter auf knapp zwei Meter Breite und um 89 Millimeter auf gut 4,61 Meter Länger gewachsen.

Der Radstand wuchs um 20 Millimeter – und das wirkt sich auch auf das Interieur positiv aus: Die hinten Sitzenden profitieren von 20 Millimetern mehr Schulterfreiheit und 36 Millimetern Zuwachs im Beckenbereich. Und obwohl die Gesamthöhe des neuen Kuga 20 Millimeter flacher ausfällt, freuen sich Fahrer und Beifahrer um 13 Millimeter mehr Kopffreiheit, die Passagiere hinten sogar um 35.

Die hintere Sitzreihe kann vor- oder zurückgeschoben werden. So ergibt sich wahlweise eine üppige Beinfreiheit von über einem Meter oder ein zusätzliches Kofferraum-Volumen. Das schwankt demnach zwischen 475 und 645 Litern, klappt man die Rückbank um, gehen 1.534 Liter rein. Die Ladekante ist erfreulich niedrig, doch hinter den Sitzen offenbart der Ford Kuga erste Schwächen: Die Kofferraumauskleidung wirkt ziemlich billig.

Vom längeren Radstand profitiert auch das Design des neuen Kuga. Mit seiner tiefer positionierten Motorhaube, der flacher geneigten Windschutzscheibe und der niedrigeren Dachlinie wirkt er dynamischer als früher und trotzdem recht leichtfüßig. 

Drei verschiedene Hybrid-Antriebe

Ford Europa hat angekündigt, dass – beginnend mit dem Focus – jede Pkw- und Nutzfahrzeug-Modellreihe künftig um mindestens eine elektrifizierte Variante erweitert wird und auch ganz neue Baureihen mit elektrifizierten Antrieben auf den Markt kommen. 
Und der Kuga ist der erste Ford, der mit drei verschiedenen Hybrid-Optionen lieferbar ist: Als Plug-in-Hybrid-Version, als Mild-Hybrid und als Voll-Hybrid.

Den Anfang macht bereits zur Markteinführung der Kuga mit Plug-in-Hybrid-Technologie. Sein System umfasst einen 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner sowie einen elektrischen Generatormotor und eine Lithium-Ionen-Batterie mit 14,4 kWh. Die gemeinsame Systemleistung von 166 kW/225 PS wird die über ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe auf die Straße gebracht.

Rein elektrisch kann der Kuga Plug-in-Hybrid bis zu 56 Kilometer (WLTP) zurücklegen. Ford rechnet mit einem Kraftstoffverbrauch von 1,4 Liter/100 km und CO₂-Emissionen von 32 g/km (WLTP).

Die Mild-Hybrid-Version des Kuga nutzt mit einem 48-Volt-System das Zusammenspiel des 110 kW/150 PS starken EcoBlue-Hybrid-Turbodiesels mit einem integrierten Starter-Generator, der 11,5 kW/16 PS leistet.

Der Ford Kuga Voll-Hybrid mit Front- oder Allradantrieb wird erst ab Ende 2020 das Angebot an elektrifizierten Antrieben für diese Baureihe abrunden. Er setzt auf einen selbstladenden Voll-Hybrid-Antrieb mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,6 l/100 km.

Außer den drei Hybrid-Versionen wird der Kuga bereits zum Marktstart auch mit zwei EcoBoost-Benzinern und mit drei EcoBlue-Turbodieselmotoren lieferbar sein. Sie erfüllen durchgängig die Abgasnorm Euro 6d-TEMP EVAP ISC und sind ab Werk an ein automatisches Start-Stopp-System gekoppelt. Außer dem sportlichen 6-Gang-Schaltgetriebe steht auch eine 8-Gang-Automatik zur Wahl, die das Fahren nochmals entspannter gestaltet.

Aktuelle SUV im ADAC Check

Starker Antritt: Der 150-PS-Mild-Hybrid

Der von uns getestete Zweiliter-Diesel mit 150 PS fährt als 48-Volt-Mild-Hybrid vor. Heißt: Der Vierzylinder, der mit starken 370 Newtonmetern Drehmoment aufwartet, wird bei niedrigen Drehzahlen von einem E-Motor unterstützt. Der riemengetriebene Starter-Generator, der die herkömmliche Lichtmaschine ersetzt, steuert vor allem beim Anfahren bis zu 16 PS und 50 Newtonmeter bei. Das klingt zwar nach nicht viel und reicht nicht zum vollelektrischen Fahren, doch entlastet der Boost den Verbrenner merklich und senkt dadurch den Durchschnittsverbrauch auf knapp über fünf Liter.

Mit dem Boost tritt der 1,7 Tonnen schwere Kuga richtig knackig an, was allerdings auch am recht kurz übersetzten ersten Gang liegt; manchmal kommen dabei sogar die Vorderräder ins Schwitzen und es fühlt sich deutlich flotter an, als die 9,6 Sekunden für den 0-100-Sprint vermuten lassen.

Mit maximal 175 km/h wird der Mild-Hybrid allerdings nicht besonders schnell. Und: Der Diesel-Hybrid ist ausschließlich mit einem etwas knorpeligen Sechsgang-Schaltgetriebe erhältlich. Den konventionellen Selbstzünder gibt es auch mit Achtgang-Automatik.

In Fahrt überzeugt der Kuga, der dank seiner neuen Plattform bis zu 90 Kilogramm abgespeckt hat, mit einem Ford-typisch gut abgestimmtem Fahrwerk. Das federt sauber Unebenheiten weg, sorgt für eine satte Straßenlage und erlaubt eine flotte Gangart, ohne unbequem zu sein; lediglich die Lenkung dürfte etwas feinfühliger sein.

Die großen, bequemen Sitze allerdings empfehlen sich eher für eine ruhige Gangart – Seitenhalt bieten sie kaum. Punkte Sammeln kann der neue Kuga in Sachen Laufkultur, nur unter Volllast knurrt der Diesel laut vor sich hin. Übertönen lässt sich das mit einem Bang-und-Olufsen-Soundsystem, das es aber nur in den höheren Ausstattungslinien gibt.

Eine Nummer kleiner: Ford EcoSport im ADAC Test

Der kleine Bruder des Ford Kuga hört auf den Namen EcoSport. Mit 4,10 Metern Länge ist er deutlich kompakter geraten. Den EcoSport gibt es auch mit Allradantrieb. Der Ford EcoSport im ADAC Test

Volle Konnektivität im Ford Kuga

So schneidig der Kuga nach außen auftritt: Im Innenraum selbst hätte sich Ford bei der Materialauswahl etwas mehr Mühe geben können – die Controller haben ziemlich viel Hartplastik durchgesetzt. Verglichen mit dem schnieken Äußeren wirkt das Cockpit fast schon ein wenig altbacken.

Das kleine, knapp vor der Scheibe positionierte Mäusekino-Display des Vorgängers ist zwar Geschichte, doch mit acht Zoll wirkt auch der neue, jetzt auf dem Armaturenbrett aufgesetzte Infotainment-Bildschirm nicht gerade überdimensioniert. Dass er zudem gefühlt eher Richtung Beifahrer ausgerichtet ist, irritiert.

Up-to-date ist der Kuga mit seinem volldigitalen Kombiinstrument, das die Anzeige an den jeweils gewählten Fahrmodus anpasst. Allerdings ist das virtuelle Cockpit den höheren Austattungslinien vorbehalten.

Das gilt auch für das Head-up-Display, das ohnehin verzichtbar erscheint: Ford setzt auf eine Lösung mit kleiner Plastik-Ausklappscheibe hinter dem Lenkrad und vor allem größere Fahrer sehen die Infos eher auf der Motorhaube denn auf der Straße. Wenn sich dort dann noch der Himmel spiegelt, ist von Tempo oder Navi-Anweisung nicht mehr viel zu erkennen.

In puncto Konnektivität setzt der neue Kuga auf das moderne FordPass Connect-Modem, das nun auch Einzug in diese Baureihe hält. Das Modem verwandelt das Fahrzeug in einen mobilen WLAN-Hotspot für bis zu zehn Endgeräte gleichzeitig. Mit Echtzeit-Verkehrsdaten ("Live Traffic") erleichtert es die Routenplanung.

Preis: Der günstigste Kuga kostet 26.550 Euro

Zur Markteinführung gibt es die sieben Ford-üblichen Ausstattungsvarianten von Trend bis Vignale. Der günstigste Kuga kostet 26.550 Euro und bringt neben dem 8-Zoll-Touchscreen, einem Tempomat und einer manuellen Klimaanlage kaum Komfort-Extras mit.

LED-Scheinwerfer, den Wlan-Hotspot, eine elektrisch betätigte Heckklappe, den praktisch Türkantenschutz, der beim Öffnen automatisch ausfährt, und leider auch die meisten Assistenten (unter anderem Geisterfahrer-Warner, Ausweichassistent, Tot-Winkel-Überwacher und Stau-Assistent) gibt es nur in den höheren Versionen.

Ford geht davon aus, dass 40 Prozent der europäischen Kuga-Kunden zu einer elektrifizierten Version greifen werden. Für das Unternehmen wäre eine erfolgreiche Elektrifizierung tatsächlich eine komplette Neuausrichtung. Mit dem neuen Puma ist seit März 2020 noch ein weiterer SUV von Ford an den Start.

Die Daten zum 48-Volt-Mild-Hybrid

Technische DatenFord Kuga 2.0 EcoBlue Hybrid

Motor/Antrieb

Vierzylinder-Turbodiesel, 1996 cm³, 110 kW/150 PS, 370 Nm bei 3500 U/min

Fahrleistungen

9,6 s auf 100 km/h, 175 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,1 – 5,0 l Diesel/100 km, 135 – 132 g CO₂/km

Maße (m)

L 4,61 (Vignale und ST-Line: 4,63) / B 1,88 / H 1,68 (ST-Line: 1,67)

Kofferraum

475 – 1534 l

Leergewicht/Zuladung

1680/475 kg

Anhängelast (ungebremst/gebremst)

759/1900 kg

Preis

32.850 €

Das hat uns gefallen:
Schickes Design, tolles Fahrwerk, geräumig, mehrere Hybrid-Varianten

Das hat uns nicht gefallen:
Viel Hartplastik, unpraktisches Head-up-Display, Sitze mit wenig Seitenhalt

Alle Motorvarianten und Preise

MotorLeistung kW/PSVerbrauch l/100km (WLTP)Preis ab €

1,5l EcoBoost

88/120

6,7-6,9

26.550

1,5l EcoBoost

110/150

6,6-6,8

30.350

2,5l Duratec PHEV

165/225

1,4

39.550

1,5l EcoBlue

88/120

5,1-5,2

30.950

2,0l EcoBlue Hybrid

110/150

5,0-5,1

32.850

2,0l EcoBlue

140/190

5,9-6,1

35.950

Zum Marktstart kommt der Kuga mit sechs Motoren

Sicherheit: 5 Sterne im EuroNCAP-Crashtest

Mit fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest erzielt der neue Kuga ein sehr gutes Ergebnis und kommt auf 92 Prozent Erfüllungsgrad. Besonders beim Inassenschutz für Erwachsene kann der SUV punkten. Alle Detailergebnisse finden Sie auf der offiziellen EuroNCAP-Seite: Crashtestergebnisse Ford Kuga*.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Ford

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Text: Thomas Kroher, Michael Gebhardt