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Jaguar F-Type im dritten Frühling: Testfahrt im Facelift-Modell

Frontansicht des Jaguar F-Type fahrend
Neuer Jaguar F-Type mit schmaleren Scheinwerfern ∙ © Jaguar

Der Jaguar F-Type bekommt nach sieben Jahren Bauzeit ein zweites Facelift. Coupé und Cabrio fahren künftig mit neuer Front vor – und ohne Sechszylinder. Testfahrt, Bilder, Daten, Preise.

  • Gelifteter F-Type ab 64.200 Euro zu haben

  • Drei Motoren mit 300, 450 und 575 PS Leistung

  • Neu gestaltete Front, besseres Multimediasystem

2013 hat Jaguar den sportlichen Zweisitzer F-Type auf den Markt gebracht – nach üblicher Autobauer-Logik müsste nun eine Neuauflage kommen. Doch stattdessen bringt Jaguar ein zweites Facelift. Grund: Die Nachfrage nach sportlichen Coupés geht insgesamt zurück – in den vergangenen zehn Jahren hat sich der Absatz fast halbiert. Bevor die Briten über einen Nachfolger entscheiden, muss der aktuelle F-Type daher noch ein wenig durchhalten.

Für die Überarbeitung des F-Type Coupé (ab 64.200 Euro) und die des 7000 Euro teureren Roadster hat sich Jaguar vor allem der Front angenommen, diesmal allerdings deutlich beherzter als beim ersten Facelift 2017: Die weit in die Flanken gezogenen Scheinwerfer sind passé, stattdessen gibt es nun schmale LED-Leuchten. Die folgen dem Zeitgeist, erinnern aber auch ein wenig an einen Aston Martin Vantage oder den Mazda MX-5. Kaum etwas zu tun gab es am Heck, und natürlich sind auch die klassischen Sportwagen-Proportionen – lange Haube, knackiger Hintern – geblieben.

F-Type-Innenraum: Digitalinstrumente, neuer Bildschirm

Noch einmal nachgelegt hat Jaguar im Innenraum: Neu sind die digitalen Instrumente, und auch das alte Infotainmentsystem wurde ausgemustert: Der Platz am Rand, den bisher klassische Tasten eingenommen haben, wurde dem Touchscreen zugeschlagen, und das System ist nun wieder auf dem aktuellen Stand der Technik. Zudem lässt sich jetzt zu Hause per Smartphone- oder Smartwatch-App der Wagen abschließen oder die Tankfüllung abfragen. Im Cockpit geht es nach wie vor eng zu: Vor allem große Beifahrer haben schon mal Probleme, ihre Beine unterzubringen.

In der Motorenpalette gestrichen wurde der zuletzt mit 250 kW/340 PS beziehungsweise 280 kW/380 PS erhältliche V6. Zur Wahl stehen jetzt entweder vier oder acht Zylinder. Bei den V8-Modellen gibt es eine neue Ausbaustufe mit 331 kW/450 PS, wahlweise mit Heck- oder Allradantrieb, die für 92.500 Euro (4x4-Version ab 98.500 Euro) angeboten wird. Das immer Vierrad-getriebene Top-Modell F-Type R (ab 125.600 Euro) leistet nach wie vor 423 kW/575 PS. Auch die Basisversion ist bekannt: Hier setzt Jaguar auf einen 221 KW/300 PS starken Vierzylinder.

Die Motoren sorgen für sportliche Fahrleistungen

Für welchen der drei man sich entscheiden sollte? Ausreichend ist der Vierzylinder allemal, er schiebt mit 400 Newtonmetern bei niedrigen 1500 Umdrehungen kräftig an, sprintet in weniger als sechs Sekunden auf Tempo 100 und schafft 250 km/h. Damit macht er auch sportliche Fahrer glücklich, und sogar der Klang fällt ganz ordentlich aus. Sein Vorteil gegenüber den Achtzylindern, abgesehen vom Preis und dem geringeren Verbrauch: Er hat rund 140 Kilogramm weniger Gewicht auf der Vorderachse und wirkt beim flotten Fahren um einiges leichtfüßiger.

Während dem Vierzylinder ein Turbolader Beine macht, werden die V8-Modelle von einem Kompressor unterstützt – und der braucht überraschenderweise etwas höhere Drehzahlen, um in die Gänge zu kommen. Kraft im Überfluss ist dennoch vorhanden, das Topmodell sprintet in atemberaubenden 3,7 Sekunden auf Tempo 100. Beim schwächeren Achtzylinder dauert es manchmal einen Moment, ehe er nach beherztem Tritt aufs Gas nach vorne prescht; hier dürfte die bei allen Versionen serienmäßige Achtgang-Automatik ruhig etwas flotter arbeiten.

Fazit

Am Ende erscheint die neue V8-Ausbaustufe mit 331 kW/450 PS am verzichtbarsten: Wer günstigen Fahrspaß sucht, wird mit dem Einstiegs-Vierzylinder auf jeden Fall glücklich, und wer das nötige Kleingeld hat, sollte gleich zum Top-Modell greifen.

Die Motoren des Jaguar F-Type im Vergleich

Technische Daten (Herstellerangaben)F-Type 300F-Type P 450 RWDF-Type R AWD
Motor/AntriebVierzylinder-Turbobenziner, 1997 cm³, 221 kW/300 PS, 400 Nm bei 1500 U/minAchtzylinder-Kompressorbenziner, 5000 cm³, 331 kW/450 PS, 580 Nm bei 2500 U/minAchtzylinder-Kompressorbenziner, 5000 cm³, 423 kW/575 PS, 700 Nm bei 3500 U/min
Fahrleistungen5,7 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze4,6 s auf 100 km/h, 285 km/h Spitze3,7 s auf 100 km/h, 300 km/h Spitze
Verbrauch (nach NEFZ)8,1 l Super/100 km, 184 g CO₂/km10,6 l Super/100 km, 244 g CO₂/km11,0 l Super/100 km, 252 g CO₂/km
MaßeL 4,47 / B 1,92 / H 1,31 mL 4,47 / B 1,92 / H 1,31 mL 4,47 / B 1,92 / H 1,31 m
Kofferraum310 – 408 l (Cabrio: 199 l)299 – 509 l (Cabrio: 233 l)299 – 509 l (Cabrio: 233 l)
Leergewicht / Zuladung1520 / 405 kg1660 / 390 kg1743 / 407 kg (Cabrio: 1763 / 387 kg)
Preisab 64.200 €ab 92.500 €ab 125.600 €
Aufpreis fürs Cabriolet: 7000 Euro

Text: Michael Gebhardt/SP-X