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Wenn das Auto nicht anspringt: Häufige Ursachen

Junge Frau telefoniert beim Blick in die Motorhaube weil ihr Auto nicht anspringt
Von A wie Anlasser bis Z wie Zündkerze: Es gibt viele Gründe, weshalb der Motor streikt ∙ © iStock.com/South_agency

Wenn das Auto nicht anspringt, fällt der Verdacht schnell auf die Batterie – nicht ganz zu Unrecht. Doch daneben gibt es etliche andere Faktoren, die den Motor lahmlegen können. Das sind die häufigsten Ursachen.   

Schwache Autobatterie

Besonders in den Wintermonaten nimmt eine leere oder schwache Batterie einen Spitzenplatz in puncto Startprobleme ein. Neben der Kälte belasten zahlreiche elektrische Verbraucher wie Sitz- und Heckscheibenheizung, Wischeranlage, Gebläse etc. die Batterie. Dies gilt auch für Licht oder Radio – vor allem, wenn sie nach dem Abstellen des Wagens nicht automatisch abgeschaltet werden. Dies kann gerade bei älteren Autos der Fall sein. 

Oftmals lässt schon das Geräusch, das der Anlasser beim Startversuch von sich gibt, erkennen, dass die Batterie schwächelt. Wenn dies der Fall ist, arbeitet der Anlasser (auch Starter genannt) nur schwerfällig oder kann den Motor gar nicht mehr drehen. In der Regel schwankt dann auch der Strom im Innenraum (Signallämpchen, Licht), bei modernen Fahrzeugen erscheint meist eine Warnung. Im schlimmsten Fall ist beim Bemühen, den Motor zu starten, nur noch ein Klack zu hören, ausgelöst durch den Magnetschalter am Anlasser. 

Wenn man Glück hat, springt der Motor doch noch an, sofern vorher alle zusätzlichen Stromfresser wie Licht, Radio etc. ausgeschaltet wurden. Führt dies nicht zum Erfolg, hilft nur noch Starthilfe durch eine Spenderbatterie, das Aufladen der Batterie mit einem Ladegerät oder der Austausch der alten gegen eine neue Batterie. Letzteres sollte nur erfolgen, wenn die alte Batterie wirklich defekt ist. Eine Batterie, die lediglich entladen ist, muss nicht durch eine neue ersetzt werden.

Tipp: Vor allem bei kleineren Fahrzeugen mit Schaltgetriebe gelingt das Starten oftmals doch noch durch Anschieben oder Anschleppen.

Defekter Generator (Lichtmaschine)

Streikt die Lichtmaschine, wird die Batterie beim Fahren nicht mehr geladen. Sichtbar wird dies meist durch das permanent leuchtende Batterie-Symbol am Armaturenbrett. Normalerweise erlischt diese Anzeige nach dem Starten sofort wieder.

Zum Hintergrund: Der Strom wird beim Fahren in der Lichtmaschine (Drehstromgenerator) erzeugt, in der Batterie zwischengespeichert und steht dann zum Starten und für den Betrieb des Fahrzeugs zur Verfügung. Die gute Nachricht: Manchmal hält sich das Problem in Grenzen, und es muss lediglich der Antriebsriemen der Lichtmaschine erneuert werden.  

Lose oder marode Kabel

Die Batterie ist voll, das Auto startet trotzdem nicht? Gelegentlich ist der Stromkreislauf durch Probleme an den Stromkabeln unterbrochen. Die Ursachen können unterschiedlich sein: 

  • Korrosion: Bei Autos dient die Stahlkarosserie als "Minus"-Leitung. Daher sind auch Bauteile wie die Lichtmaschine oder die Batterie direkt an der Karosserie angeschlossen. An dieser Nahtstelle kann wegen Korrosion der Stromfluss unterbrochen sein, weshalb es in Folge zu Startproblemen kommen kann.  

  • Lose Kabel: Gerade bei älteren Fahrzeugen können sich von Zeit zu Zeit auch Schraubverbindungen der Kabel lösen, wodurch der Stromfluss unterbrochen wird. 

  • Marderbiss: Marder machen sich immer wieder auch im Motorraum zu schaffen. Werden dabei relevante Bauteile beschädigt, kann es zu Zündproblemen kommen. Diese Bauteile müssen dann ersetzt werden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Fahrzeug vor Marderbiss schützen können.

Störung im Kraftstoffsystem

Auch das kann passieren: In der Hektik des Alltags versäumt man, rechtzeitig zu tanken – trotz (intakter) Tankanzeige, aufleuchtendem Signallämpchen und angezeigter Restreichweite. 

  • Bei Benzinern reicht es meist zu tanken. Bei älteren Dieselmotoren kann es notwendig sein, die Kraftstoffanlage zuvor zu entlüften.

  • Ist der Tank leer und findet sich eine Pfütze unter dem Auto, sollten umgehend Leitungen und Schläuche überprüft werden (Marderbiss!). 

  • Ist noch ausreichend Kraftstoff im Tank und kommen andere Ursachen nicht infrage, könnten folgende Faktoren innerhalb des Kraftstoffsystems das Starten unterbinden: Verstopfungen im Kraftstofffilter bzw. der Kraftstoffleitung, der Ausfall der Einspritzpumpe sowie Störungen an diversen Sensoren. Dann kann meist nur noch die Werkstatt helfen. 

Achtung: Bußgeld bei leerem Tank auf Autobahn

Wegen eines leeren Tanks auf der Autobahn liegen zu bleiben gilt laut Bußgeldkatalog der StVO als vermeidbare Verkehrsbehinderung und kann mit einer Geldstrafe ab 35 € sowie Punkten in Flensburg geahndet werden.

Generell ist eine Ferndiagnose bei Startproblemen so gut wie unmöglich, denn neben den genannten kann es noch viele weitere Ursachen geben. So können insbesondere bei älteren Fahrzeugen auch defekte Verschleißteile, zum Beispiel Anlasser oder marode Zündkerzen, das Starten erschweren oder verhindern. Lesen Sie hier die aktuelle ADAC Pannenstatistik.

Wenn nichts mehr geht, lässt sich schnelle Hilfe über die ADAC Pannenhilfe ordern, entweder online, per App oder 
Telefon: 01802 22 22 22 (dt. Festnetz, 6 Cent/Anruf)
Inland Mobilnetz: 22 22 22 (Verbindungskosten je nach Netzbetreiber/Provider)
Ausland: +49 89 22 22 22